Installation

Hier sind alle erforderlichen Informationen zur Installation des Smart Building Automation Systems zu finden.

Planung

Für die Umsetzung eines Smart Building Automation Projekts sollten einige grundlegende Planungsschritte berücksichtigt werden. Die nachfolgenden Punkte können eigenständig ermittelt oder gemeinsam mit einem Smart Building Automation Partner erarbeitet werden, der bei Bedarf bei der Planung unterstützt.

Smart Building Automation – Planungs-Workflow

Für jedes Geschoss:

  1. Jalousien
  • Anzahl der elektrisch betriebenen Jalousien
  • Typ: Standard oder 24 V Wendeschaltung
  1. Lichtkreise
  • Anzahl der separat schaltbaren bzw. steuerbaren Lichtkreise
  • Typ: Standard, Dimmfunktion, RGBW, DALI
  1. Raumregelzonen
  • Anzahl der Zonen für die Temperaturregelung
  • Hinweis: Die Anzahl der Heiz- oder Kühlkreise pro Zone erhöht nicht die Anzahl der benötigten Klimamodule
  1. Weitere Funktionen
  • Türklingel
  • Alarmlicht
  • Fensterkontakte
  • Bewegungsmelder
  • Kameras
  • Audio
  • Energiemanagement
  • usw.
  1. Elektroverteiler / Schaltschrank
  • Position im Gebäude
  • Anzahl der Module pro Verteiler (Licht, Jalousien, Sensorik, Sonderfunktionen)
  • Bestimmung der erforderlichen Verteilerbreite

Der Smart Building Automation Grundrissplaner bietet eine einfache Möglichkeit, den benötigten Umfang zu ermitteln: Grundrissplaner

Taster

Grundsätzlich kann das Schaltermaterial frei gewählt werden. Im Smart Building Automation System werden jedoch ausschließlich Taster eingesetzt. Empfohlen werden Taster mit mindestens 2 bis 4 Tasterfunktionen pro Einheit (entsprechend einer Unterputzdose).

Da über die Taster bzw. Sensoren ausschließlich 24 V Signale geschaltet werden, bestehen keine besonderen Anforderungen hinsichtlich der Strombelastbarkeit.

Beispiel:
Für das Beispiel werden folgende Taster geplant:

  • 1x 2-fach Taster am Eingang für das Deckenlicht. Mit einem Doppelklick können die dimmbaren Leselichter und das Deckenlicht ausgeschaltet werden.
  • 1x 4-fach Taster und 1x 2-fach Taster an der Balkontür. Jeweils zwei Tastpunkte werden für die beiden Beschattungen (AUF/AB) verwendet, jeweils ein weiterer für die Außenbeleuchtung und das Deckenlicht.
  • 2x 2-fach Taster, jeweils einer auf jeder Seite des Betts. Ein Tastpunkt wird für das dimmbare Leselicht und ein Tastpunkt für die Deckenbeleuchtung verwendet.
  • 1x 2-fach Taster hinter dem Bett für Sonderfunktionen. Diese können normalerweise auch über Doppelklick oder einen langen Tastendruck gesteuert werden. In diesem Beispiel dient der Taster zur Demonstration des Schrack Smart Building Automation Digitalmoduls „D1180“.

Lichtkreis

Für die Beleuchtung ist es notwendig, die Anzahl, Funktion und Art der Leuchtmittel festzulegen. Empfehlenswert ist es, die Lichtkreise im Grundriss einzuzeichnen und festzuhalten, ob diese schaltbar, dimmbar oder über DALI angesteuert werden sollen.

Nach der Ermittlung der Lichtkreise sollten die Art und Anzahl der Leuchtmittel pro Lichtkreis festgelegt werden, da diese die optimale Modulauswahl bestimmen.

Beispiel:
Im Schlafzimmer sollen zwei normale und zwei dimmbare Lichtkreise installiert werden.

  • Die beiden normalen Lichtkreise werden für die Deckenbeleuchtung und Terrassenbeleuchtung verwendet. Hierfür wird ein Schrack Smart Building Automation Lichtmodul „L1244“ mit 16 A Relais eingesetzt. Am Lichtmodul werden zwei der vier Ausgänge genutzt; die übrigen Ausgänge können für andere Lichtkreise verwendet werden.

  • Die beiden dimmbaren Lichtkreise sind für die Leselampen links und rechts neben dem Bett vorgesehen. Hierfür wird ein Schrack Smart Building Automation Dimmermodul „L1544“ eingesetzt. Zusätzlich wird für jeden Lichtkreis ein passendes Dimmerpack benötigt, das an das Modul angeschlossen wird.

Jalousien

Die Anzahl und Art der anzusteuernden Beschattungselemente bestimmen, welche Module zum Einsatz kommen. Es spielt keine Rolle, ob das Beschattungselement ein Rollo, eine Jalousie, ein Raffstore oder eine Markise ist – entscheidend ist die Art des Antriebs.

  • Für Motoren mit eigener Leitung für AUF und ZU sowie 230 V Versorgung wird das Schrack Smart Building Automation Beschattungsmodul „B1144“ verwendet.
  • Bei Motoren mit Wendeschaltung wird das Schrack Smart Building Automation Beschattungsmodul „B1244“ eingesetzt.

Jedes dieser Module kann zwei Beschattungselemente steuern.

Beispiel:
Im Schlafzimmer sollen die Beschattung eines Fensters und einer Balkontür gesteuert werden. Beide Beschattungselemente sind mit einem normalen Motor (AUF/ZU, 230 V) ausgestattet.

Für die Beschattung wird ein Schrack Smart Building Automation Beschattungsmodul „B1144“ eingeplant:

  • Erster Ausgang: Balkontür
  • Zweiter Ausgang: Fenster

Temperaturregelungen

Zur Temperaturregelung werden die Schrack Smart Building Automation Raumklimamodule „C1144“ oder „C1244“ eingesetzt.

  • Das Raumklimamodul „C1144“ wird über Raumbediengeräte gesteuert.
  • Das Raumklimamodul „C1244“ wird über PT1000-Sensoren oder einen externen Istwert (z. B. von einem analogen Eingang) gesteuert.

An jedem Raumklimamodul „C1144“ oder „C1244“ können vier Regelungsventile und vier Raumbediengeräte angeschlossen werden. Damit können vier getrennte Raumregelzonen realisiert werden.

Pro Ausgang können grundsätzlich mehrere Ventilantriebe parallel betrieben werden. Die Anzahl wird durch die Belastbarkeit des Relaisausgangs begrenzt. Dies ist beispielsweise sinnvoll, wenn in einem Raum aufgrund der Heizungs-Leitungslänge mehrere Heizkreise erforderlich sind, diese jedoch gemeinsam als eine Zone geregelt werden sollen.

Für das Raumklimamodul „C1144“ werden in den Räumen zusätzlich Temperaturfühler (z. B. „C1120“ oder „C1109“) benötigt, damit die Regelung korrekt funktioniert.

Beispiel:
Im Schlafzimmer soll das Raumklima geregelt werden. Dort befindet sich ein Heizkreislauf.

Es wird ein Raumbediengerät „C1109“ eingesetzt, das Temperaturfühler, Sollwert- und Moduseinstellung sowie einen Präsenztaster enthält.

Für den Heizkreislauf wird ein Schrack Smart Building Automation Raumklimamodul „C1144“ verwendet. Ein Ausgang wird für das Stellventil genutzt, die verbleibenden drei Ausgänge bleiben frei.

Sonderfunktionen

Für Sonderfunktionen stehen zahlreiche Erweiterungsmodule zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem:

  • Digitaleingänge
  • Digitalausgänge
  • Analogeingänge
  • Analogausgänge
  • RS485
  • KNX
  • Ethernet
  • EnOcean

Darüber hinaus können unterschiedliche IP-Geräte über Modbus TCP oder REST in das Smart Building Automation System eingebunden werden.

Beispiel:
Im Schlafzimmer wird zusätzlich eine Alarmanlage eingeplant. Dafür werden digitale Eingänge benötigt:

  • Ein Taster zum Aktivieren und Deaktivieren der Alarmanlage
  • Schließerkontakte für das Fenster und die Balkontür

Geplant wird ein Schrack Smart Building Automation Digitalmodul „D1180“ mit 8 digitalen Eingängen. Davon werden 4 Eingänge für das Schlafzimmer verwendet:

  • 2 Eingänge für die Schließerkontakte
  • 2 Eingänge für den Taster

Die verbleibenden 4 Reserveeingänge können für ein weiteres Zimmer genutzt werden.

Dieses Beispiel zeigt die Planung von Sonderfunktionen mit Digitalmodulen.

Verkabelung

Alle Kabel müssen zu dem Verteiler geführt werden, in dem das entsprechende Modul installiert ist.

Für jeden Taster wird eine 24 V Spannungsversorgung (+24 V) benötigt, sowie je Tastpunkt eine Leitung, die am Taster und am zugehörigen Modul angeschlossen wird. Zum Verkabeln der Sensoren (Taster, Kontakte, Raumbediengeräte) wird die Verwendung von mehradrigen Fernmeldekabeln (F-YAY) empfohlen.

Werden mehrere Tastpunkte an einen Moduleingang angeschlossen, kann dies auf zwei Arten erfolgen:

  1. Die Leitungen werden im Raum von Taster zu Taster weitergeführt und in den Dosen geklemmt.
  2. Alle Tasterleitungen werden direkt zum Schaltschrank geführt und dort verbunden.

Die zweite Variante reduziert die Klemmarbeiten auf den Verteiler, erfordert jedoch einen höheren Aufwand in der Rohinstallation und Verkabelung sowie einen größeren Platzbedarf im Verteiler.

Für Schalterdosen sollten tiefere Dosen oder solche mit größerem Platzangebot verwendet werden, um das Klemmen der Adern später zu erleichtern.
Es ist darauf zu achten, dass Kabel für Raumbediengeräte, Klingel, Fensterkontakte, Türöffner usw. nicht vergessen werden. Grundsätzlich sollte lieber ein Kabel zu viel als eines zu wenig eingelegt werden.

Im Gegensatz zu einer konventionellen Elektroinstallation sind die Taster nicht mit dem 230 V Netz verbunden. Die 230 V Stromversorgung der Verbraucher (Lichtkreise, Jalousien usw.) muss jedoch in den jeweiligen Schaltschrank geführt werden, um an die Schrack Smart Building Automation Module angeschlossen zu werden.

Verteiler

Aufbau

Sobald die Anzahl der Smart Building Automation Module, Relais und Taster sowie die Aufteilung auf die Verteiler festgelegt ist, können die Schaltschränke dimensioniert werden. Aufgrund der Standardhutschienenmontage mit 45 mm Blende können Smart Building Automation Module in jedem Standardverteiler installiert werden.

Alle Lichter, Jalousien und sonstigen Lasten sowie alle Schalter, Fensterkontakte und Sensoren werden in den jeweiligen Verteiler geführt. Für die Schalter wird die Verwendung von mehradrigen Fernmeldekabeln (F-YAY) empfohlen. Für eine übersichtliche Verdrahtung können diese auf LSA-Plus-Leisten aufgelegt werden (siehe Vorlage Rangierliste).

Es ist darauf zu achten, ausreichend Platz für das Netzteil, Bus-Umsetzermodule und den Busabschluss einzuplanen. Nach der Installation sollten im Schaltschrank noch etwa 20 % bis 30 % Platz für mögliche Erweiterungen frei bleiben.

Platzierung

Je nach Platzbedarf und den räumlichen Gegebenheiten kann die gesamte Steuerung in einem zentralen Schaltschrank untergebracht oder auf mehrere Subverteiler aufgeteilt werden.
Der Einsatz von Subverteilern reduziert die benötigten Kabellängen und damit den Verkabelungsaufwand. Zusätzlich wird das Einziehen der Kabel erleichtert.

Für jeden Subverteiler ist ein Bus-Umsetzermodul „S1200“ erforderlich, über das die Module des Smart Building Automation Systems miteinander verbunden werden. Das Bus-Umsetzermodul wird auch bei einem Zeilenumbruch benötigt, also wenn innerhalb eines Schaltschranks eine neue Zeile begonnen wird.